Bürgerentscheid Ulrichskirche

Seit den 50er Jahren wird Magdeburgs Innenstadt geprägt von der Grünfläche am heutigen Ulrichsplatz. Der Platz ist nach der ehemaligen Ulrichskirche benannt, die bis zu ihrer Sprengung 1956 dort stand.

Seit der Wiedervereinigung hat sich das Stadtbild Magdeburgs stark gewandelt, nicht immer zum positiven. Der Ulrichsplatz ist inzwischen die letzte Grünfläche im Zentrum von Magdeburg. In den letzten Jahren hat er sich immer mehr zu einer Oase entwickelt, die viele gerne zum Entspannen nutzen.

Das Kuratorium Ulrichskirche e.V. plant nun die Ulrichskirche neu aufzubauen. In der Sitzung vor der Sommerpause hatte der Stadtrat den Vorschlag von Oberbürgermeister Lutz Trümper über einen Bürgerentscheid die Magdeburger Bürger und Bürgerinnen darüber abstimmen zu lassen, inwieweit die Stadt Magdeburg die entsprechende Grundstücksfläche dafür zur Verfügung stellen soll, nicht mit ausreichender Mehrheit zugestimmt. Der Durchführung eines Bürgerentscheids wurde so durch das Abstimmungsverhalten von einem Teil des Stadtrats (insbesondere aus den Fraktionen der CDU, FDP, SPD, Grüne).

Darauf hin sammelten Mitglieder einer Bürgerinitiative Unterschriften, um einen Bürgerentscheid zu erzwingen.

Nachdem das Bürgerbegehren mit über 13.000 Unterschriften eine wichtige Hürde nahm, beschloß der Stadtrat am 27.01.2011 einstimmig die Durchführung eines Bürgerentscheids. Dieser findet zeitgleich mit der Landtagswahl am 20.03.2011 statt. Die wahlberechtigten Magdeburger und Magdeburgerinnen bekommen an diesem Tag also zwei Wahlzettel im Wahllokal ausgehändigt.

Um den Neuaufbau der Ulrichskirche zu verhindern müssen nun rund 50.000 Magdeburger Wahlberechtigte ihr Kreuz bei JA machen. Zugleich muß die Zahl der JA-Stimmen größer als die Zahl der abgegebenen NEIN-Stimmen sein. Wir Magdeburger haben es somit erstmalig selbst in der Hand über die weitere Gestaltung der Innenstadt zu entscheiden und sollten diese in der Stadtgeschichte einmalige Möglichkeit zur Wahrnehmung direkter Demokratie nicht ungenutzt verstreichen lassen!

Demokratie wagen – Bürger fragen!

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